Die Loire - Frankreichs längster Fluss - windet sich vom Zentralmassiv nordwestwärts zum Atlantik. Wir folgen dem Wasserlauf in entgegen gesetzter Richtung und erreichen so das wunderschöne Loire-Tal, in dem schon vor vielen hundert Jahren Könige und Fürsten ihre Sommerresidenzen erschufen. Wir haben Glück und finden eine tolle Unterkunft in einem Haus aus dem 15. Jahrhundert. Es ist gefüllt mit zahlreichen alten Möbeln, Kaminen und Deckenschnitzereien. Wir wohnen quasi im Museum und verbringen die restliche Zeit mit Schloss-Besichtigungen, von denen es übrigens über 400 in dieser Gegend gibt. Das Schloss Chenonceau ist über einen Flusslauf errichtet und hat es uns besonders angetan…

Chenonceau

Da wir nun schon dekadent wohnten, zieht es uns weiter in die Champagne. Hier besichtigen wir das traditionsreiche Champagnerhaus Pommery und steigen auch in den Keller hinab, in dem schätzungsweise 25 Millionen Flaschen Champagner lagern. Zum Abschluss der sehr interessanten Führung probieren wir drei Gläschen und torkeln langsam weiter…

Champagner in den Kellern von Pommery

Auf dem Rückweg nach Deutschland besuchen wir Matthias und Antoine in Belgien. Wir staunen über den gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtkern Gents, der aus einer Zeit stammt, als Gent neben Paris zur wirtschaftlichen Textilgroßmacht wurde. Heute sind die belgischen Spitzendeckchen immernoch Verkaufsschlager!

mit Matthias

Als wir am südwestlichsten Zipfel Frankreichs aus dem Auto steigen, sind wir knapp 2000 Kilomester von Berlin entfernt. Es ist der weiteste Punkt unserer Reise und wir bestaunen die meterhohen Wellen des Atlantiks. Hier, südlich von Biarritz, sind vor allem Surfer im Wasser, denn die Gegend gehört zu den besten Surfspots Europas.

Arcachon

Es ist auch die Heimat der Basken, die uns besonders durch ihre eigenartigen Ballspiele - Pelotas - in Erinnerung bleiben. Wir haben das Glück, eines Abends ein Spiel mit Holzschläger gegen eine riesige Betonwand zu verfolgen und dabei genüsslich baskischen Cidre zu vertilgen.

Am Baskischen Sportplatz

In der Nähe von Arcachon sind wir auf die mit 105 Metern höchste europäische Düne geklettert und am nächsten Tag einen kilometerlangen Strand am Cap Ferret entlanggewandert. Nicht weit im Landesinneren liegt Bordeaux und damit Kinder auch dort etwas vom Wasser haben, gibt es einen Brunnen, der ganz feine Wasserwolken sprüht und die Hitze so erträglicher macht.

Bordeaux Brunnen

Auf der Ile de Ré bei La Rochelle haben wir uns auf Fahrräder geschwungen und gegen den starken Atlantikwind getreten. Die ersten Stunden glaubten wir kaum voran zu kommen. Ein Glück, dass die Insel nur 30 Kilometer lang ist. Sonst würden wir wohl immer noch kämpfen.

Fahrradtour durch Mohn

Der östliche Teil der Pyrenäen wurde bis ins 13. Jahrhundert von den Katharern beherrscht, die aufgrund ihrer extremen Glaubensvorstellungen in blutige Kriege verwickelt waren. Sie scheinen exzellente Bauherren gewesen zu sein, denn viele ihrer Städte und Burgen geben noch heute einen tiefen Einblick in die damalige Zeit.

Besonders beeindruckend fanden wir Carcassonne, welches mit seinen märchenhaften Türmen und verwinkelten Gassen leider auch viele andere Touristen und Kitschverkäufer anlockt. Doch wir haben sie wacker übersehen und uns ganz der einmaligen Möglichkeit hingegeben, achthundert Jahre in die Vergangenheit zu blicken.

In Carcassonne

Einem mysteriösen Phänomen waren wir in Rennes-le-Château auf der Spur. Hier ist ein Priester Ende des 19. Jahrhundert auf ungeklärte Weise  zu einem beträchtlichen Vermögen gekommen und hat sich ein kleines Schloss und eine wunderschöne Turm-Bibliothek errichtet. Es wird gemunkelt, dass er einen vergrabenen Schatz gefunden hat – möglicherweise Beweise für den heiligen Gral – weswegen er Vertuschungsgeld vom Vatikan erhalten haben soll. Dieser besagte Priester trug übrigens den Namen Sauniere – wohl ein Hinweis dafür, dass auch Dan Brown von dieser Geschichte wusste!

Rennes-le-Château

Nach einigen Regentagen stürzten in den Zentral-Pyrenäen große Wassermengen ins Tal. Für uns ein Grund, einem tobenden Wasserlauf bei Cauterets zu folgen und mal wieder verbotenes Terrain zu betreten. Denn wir haben die französischen Warnungen einfach nicht verstanden!

Cauterets

Die letzten zwei Wochen verbrachten wir in einer sehr schönen und verträumten Region. Schon als wir in unserer Ferienwohnung, 30 Kilometer östlich von Avignon, ankamen, fühlten wir uns weit weg von unserem Berliner Leben. Kein Internet, kein Laden und keine Heizung. Einkaufen gingen wir auf dem Bauernmarkt und als es abends kalt wurde, haben wir einen Holzofen im Wohnzimmer beheizt. Getrunken haben wir Wasser aus einer Quelle nur 50 Meter vom Haus entfernt.

Total glücklich

Wir haben uns hier besonders wohl gefühlt. Auch wenn wir von den mittelalterlichen Städten Avignon und Aix-en-Provence beeindruckt waren, fanden wir das abgeschiedene Landleben noch reizvoller.

Roussillon

Wir wanderten durch ockerfarbene Felslandschaften, erklommen eine Burg aus dem 4. Jahrhundert hoch oben auf einem Felsplateau, erkundeten römische Ruinen und besuchten mehrere traumhafte Orte mit gemütlichen Cafés.

Colorado bei Rustrel

Wieder sind wir unterwegs! Ganze zwei Monate wollen wir Südfrankreich erkunden und unseren kleinen Mika auf sein erstes großes Abenteuer mitnehmen. Die Anfahrt führte uns durch Ilmenau, Gschwend, St. Gallen, Liechtenstein und Norditalien. Insgesamt waren wir fast eine Woche unterwegs und besuchten unterwegs Familie und Freunde. Doch hatten wir das Gefühl, ständig im Auto zu sitzen und dem Tacho gut zuzureden, die vielen Kilometer vorzuspulen.
Erleichtert waren wir erst bei unserer Ankunft in Monaco. Es war ein sonniger Samstag und vor dem Casino in Monte Carlo fuhren Ferraris, Lamborghinis und Maseratis wie zu Ostzeiten Trabanten umher. Auch wenn wir uns für Autos nicht sonderlich interessieren, fesselte uns der Anblick von soviel Luxus. Die Rechnung für eine Cola und ein Wasser in Höhe von 11 Euro holte uns allerdings schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.

Vor Monacos Casino

In der Nähe von Nizza bezogen wir eine Ferienwohnung für eine Woche. Sie war in einer mittelalterlichen Stadt oben auf einem Berg gelegen mit einem fantastischen Ausblick übers Tal. Nach unserem ersten Frühstück mit Croissants, Baguette und Milchkaffee fühlten wir uns endlich in Frankreich angekommen.

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Wir besuchten Grasse, die berühmte Parfumstadt und waren erstaunt, dass Duftstoffe tatsächlich so gewonnen werden, wie im Buch „Das Parfum“ beschrieben. In Nizza schlenderten wir über die Strandpromenade, die uns aufgrund der vielen Jogger und Skater an amerikanische Spielfilme erinnerte. Richtig begeistert waren wir von einer Villa am Meer, die eine reiche Baronin im 19. Jahrhundert mit sieben Gärten anlegte. Ebenfalls schön fanden wir Cannes und die kleinen Buchten in der Nähe.

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